Sasse Münsterländer Lagerkorn V.S.O.P. Fassgereifter Korn aus Ex-Cognac-Barriques, weich mit Vanille und Malz, 32 % vol, 500 ml – aus Schöppingen im Münsterland.
Sasse Münsterländer Lagerkorn V.S.O.P. ist ein fassgereifter Korn der Feinbrennerei Sasse aus Schöppingen im Münsterland. Gebrannt aus einer Malz-Getreide-Kombination mit Rohstoffen der Region, reift er mindestens vier Jahre in Barriques, die vorher Cognac enthielten – 32 % vol, 500 ml. Kein Klarer aus dem Eisfach, kein Partykorn, kein Whisky-Ersatz – ein weicher, goldener Brand für das Nosing-Glas.
Münsterländer Lagerkorn V.S.O.P. von Sasse ist der Brand, den die Feinbrennerei selbst „unser Herzstück“ nennt. Ein Lagerkorn ist ein Korn, der nach dem Brennen erst einmal Jahre im Holzfass verbringt, bevor er in die Flasche kommt. Dort nimmt er Farbe, Vanille und Holzwürze auf, und die Ecken des jungen Destillats runden sich ab. Die vier Buchstaben auf dem Etikett stammen aus der Cognac-Welt: V.S.O.P. steht für „Very Superior Old Pale“ und meint dort mindestens vier Jahre im Fass. Laut Hersteller ist der Lagerkorn der einzige Kornbrand Deutschlands, der so lange in Eichen-Barriques reift, dass er dieses Prädikat tragen darf. Für jede Abfüllung verkostet Sasse bis zu 50 Barriques aus drei Alterskategorien und vermählt sie miteinander. Stell dir den Sonntagabend vor: Der Tisch ist abgeräumt, die Flasche steht noch da. Und wer bei Korn bisher an eiskalte Pinnchen dachte, riecht plötzlich Vanille.
Vanille, weiße Schokolade und Malz im Glas
Der Lagerkorn schmeckt weich, warm und elegant. Vorn stehen helle Aromen von Vanille und weißer Schokolade. Darunter liegt eine süß-malzige Stilistik, und die würzigen Röstaromen des Malzes bleiben deutlich erkennbar. Aus den Barriques kommen feine Cognac-Noten und warme Holzaromen dazu. Sasse fasst diesen Charakter mit einem eigenen Begriff zusammen: „Münsterländer Milde“.
Die Fasszeit zeigt sich zuerst an der Farbe, einem warmen Gold, das der Brand aus dem Eichenholz mitnimmt. In der Nase kann neben der Vanille auch Honig auftauchen, am Gaumen eine Spur Haselnuss – so beschreibt die Brennerei ihn an anderer Stelle. Mit 32 % vol ist er deutlich sanfter als die 40-prozentigen Fassbrände aus demselben Haus. Wer die kräftigere, würzigere Seite sucht, findet sie im Cigar Special aus Roggen und Gerstenmalz. Und wer rauchige Torfnoten erwartet, ist beim Atlantik Finish besser aufgehoben als hier.
Pur bei Zimmertemperatur, zu Schokolade und im Cocktail
Am meisten zeigt der Lagerkorn pur bei 17 bis 21 °C. Das entspricht ungefähr der Zimmertemperatur. Sasse empfiehlt dafür ein Nosing- oder Tumblerglas, in dem sich die Aromen sammeln können. Gib dem Brand nach dem Einschenken ein paar Minuten, dann öffnet sich die Vanille, und die Malznoten kommen nach. Als Digestif passt er nach einer leichten Küche, laut Hersteller auch zu dunkler Schokolade oder einer milden Zigarre. Es ist eine Spirituose mit 32 % vol; Abgabe nur an Personen ab 18 Jahren.
Für Drinks nennt die Brennerei zwei eigene Rezepte. Die Margarita Regional verbindet 50 ml Lagerkorn mit 20 ml Grafschafter Kräuterwacholder, 30 ml Limettensaft und 20 ml Agavendicksaft. Alles kräftig shaken und in eine vorgekühlte Cocktailschale mit Salzrand abseihen, eine Limettenscheibe dazu. Der Indian Summer Highball ist die längere Variante: 20 ml Lagerkorn, 30 ml Kakao-Nuss Likör und 10 ml Zitronensaft, aufgefüllt mit Bitter Lemon. In beiden Drinks bringt der Korn seine Vanille mit, statt nur Alkohol zu liefern.
Lagere die Flasche aufrecht, kühl und dunkel. Gut verschlossen bleibt der Lagerkorn auch geöffnet laut Hersteller viele Monate geschmacksstabil. Der Kühlschrank ist dafür unnötig, ein Schrank oder die Hausbar reicht.
Unser Tipp: Leg ein Stück dunkle Schokolade neben das Glas und probier abwechselnd. Die Vanille im Lagerkorn und die herben Kakaonoten spielen sich gegenseitig zu.
Eine alte Kornflasche, ein Nikolausabend und der Schöppinger Berg
Die Idee zum Lagerkorn entstand am Nikolausabend im Dezember 1987. Rüdiger Sasse, heute Geschäftsführer der Feinbrennerei, fand damals eine alte Flasche Korn, die sein Urgroßvater Theo Sasse gebrannt hatte. Zwei Jahre zuvor hatte die Brennerei in Schöppingen kurz vor dem Aus gestanden. Aus dem Fund wurde der Gedanke, Korn wieder im Fass reifen zu lassen und ihm die Zeit zu geben, die sonst Cognac oder Whisky bekommen.
Bis heute geschieht alles an einem Ort im Münsterland. Sasse brennt von Hand in traditionellen Brennblasen und legt den Lagerkorn danach ins eigene Fasslager. Dieses Lagerhaus, von der Brennerei Reifugium genannt, steht am Schöppinger Berg, und die Fässer erleben dort alle vier Jahreszeiten. Im Wechsel von Sommerwärme und Winterkälte arbeitet das Holz, und der Brand gewinnt mit jedem Jahr an Tiefe. Das Wasser für die Herstellung stammt aus dem eigenen Brunnen der Brennerei. So steckt im Lagerkorn neben dem Getreide aus der Region auch das Klima des Münsterlands.
Für Genießer zu Hause und Fassbrand-Freunde
Der Lagerkorn ist die Flasche für Genießer zu Hause. Gemeint sind alle, die abends gern ein Glas im Sessel genießen und dabei etwas Neues entdecken. Wer Cognac oder milden Whisky mag, findet hier vertraute Fassnoten, nur mit Getreide aus dem Münsterland als Grundlage. Für Kornskeptiker ist er die Einladung, die eigene Meinung zu überprüfen. Und als Mitbringsel aus Westfalen erzählt er seine Geschichte gleich mit. Dazu gehören die alte Flasche vom Urgroßvater, das Fasslager am Berg, die vier Buchstaben aus der Cognac-Welt. Wer gern Gäste bewirtet, hat mit ihm einen Gesprächsstoff im Glas. Zum Kennenlernen oder für unterwegs gibt es den Lagerkorn V.S.O.P. in der 200-ml-Flasche. Alle Brände und Liköre der Brennerei findest du auf unserer Sasse-Seite. Nicht geeignet ist der Lagerkorn für alle, die einen eiskalten Klaren für das Schnapsglas suchen. Er braucht Zimmertemperatur und ein Glas mit Platz für die Nase.
Mindestens vier Jahre in Ex-Cognac-Barriques, weich mit Vanille und Malz, 32 % vol – der Münsterländer Lagerkorn V.S.O.P. von Sasse für ruhige Abende mit dem Nosing-Glas.