Sasse Cigar Special. Gelagerter Korn aus Roggen und Gerstenmalz, fünf Jahre im Ex-Cognac-Fass, cremig mit Karamell und Vanille, 40 % vol, 500 ml.
Sasse Cigar Special ist ein gelagerter Korn aus der Feinbrennerei Sasse in Schöppingen, mitten im Münsterland. Roggen und Gerstenmalz reifen fünf Jahre in Limousin-Eichenfässern mit Cognac-Belegung. Danach folgt ein Finish in stark getoasteten Fässern aus amerikanischer Weißeiche – 40 % vol, 500 ml. Kein Klarer, kein Tabak im Glas, kein Brand für den schnellen Shot – ein cremiger, würziger Fassbrand für das Nosing-Glas.
Cigar Special von Sasse trägt seinen Namen wegen der Gesellschaft, in der er getrunken werden soll, und nicht wegen seiner Zutaten. Korn darf in Deutschland nur aus Getreide gebrannt werden, etwa aus Weizen, Roggen, Gerste, Hafer oder Buchweizen. Ab 37,5 % vol heißt er Kornbrand, und mit 40 % vol liegt dieser Brand klar in der Klasse. Was ihn vom klassischen Korn trennt, ist die Zeit im Holz. Fünf Jahre im Fass geben dem Destillat Farbe, Würze und eine Cremigkeit, die viele eher von Whisky kennen. Sasse selbst spricht von einem gelagerten Korn. Der Roggen bringt Würze mit, das Gerstenmalz eine süße, brotige Tiefe. Zusammen ergeben sie einen Brand, der eher an einen Herrenclub erinnert als an ein Schützenfest.
Pflaume, Banane und rauchige Vanille
Der Brand duftet zuerst nach Frucht: Pflaume, Apfel und reife Banane. Über allem liegt ein sanft-rauchiges Vanillearoma, das den Duft prägt. Diese Rauchnote bleibt dezent und eng mit der Vanille verbunden.
Am Gaumen wird der Brand cremig und fast sahnig. Malzbonbons, Karamell und Honig stehen vorn, dahinter tauchen Noten auf, die Sasse mit Kokos und Rum vergleicht. Das Finale beschreibt die Brennerei als explosiv, lang und ausbalanciert, mit einer angenehmen Süße des Alkohols. Mit 40 % vol hat er deutlich mehr Kraft als der Münsterländer Lagerkorn V.S.O.P. aus demselben Haus. Wer echten Torfrauch erwartet, greift besser zum Atlantik Finish mit Torfmalz.
Ein paar Minuten im Glas tun ihm gut. Dann treten die Fruchtnoten aus dem Duft deutlicher hervor, und die Vanille wird weicher. So wird aus einem Glas eine kleine Verkostung in mehreren Etappen.
Pur, zu Lamm, Rind und Wild oder zur Zigarre
Sasse empfiehlt ihn pur bei 16 bis 20 °C, am besten um 18 °C. Ein Nosing- oder Tumblerglas hält die Aromen zusammen. Zum Essen passt er laut Hersteller zu Lamm, Rind und Wild, also etwa zur Lammkeule am Sonntag, zum Rinderschmorbraten oder zum Rehragout im Herbst. Nach dem Essen ist er ein Digestif mit Tiefgang. Mit 40 % vol ist er eine kräftige Spirituose, Abgabe nur an Personen ab 18 Jahren.
Und dann ist da die Zigarre, die dem Brand den Namen gibt. Sasse empfiehlt ihn als Begleiter zu einer milden Zigarre. Die cremige Süße aus Karamell und Malz und die rauchige Vanille greifen die Noten des Tabaks auf, statt gegen sie anzutreten. Laut Hersteller lässt er sich immer wieder neu erleben – mit jedem Anlass und jeder Begleitung zeigt er eine etwas andere Seite.
Seinen Platz hat er aufrecht, kühl und dunkel, im Schrank oder in der Hausbar. Gut verschlossen bleibt der Brand auch nach dem Öffnen viele Monate stabil im Geschmack.
Unser Tipp: Stell zum Wildgericht ein kleines Glas davon neben den Teller und probier zwischen zwei Bissen. Die Karamellnoten passen erstaunlich gut zu einer dunklen Wildsoße.
Inspiriert von den Herrenclubs der 1970er Jahre
Laut Hersteller ist dieser Brand von den exklusiven Herrenclubs der 1970er Jahre inspiriert. Gemeint ist die kleine Runde im Ledersessel, mit Zigarre und einem dunklen Brand im Glas. Gedämpftes Licht, ein Gespräch, das sich Zeit lässt, und niemand schaut auf die Uhr. Diese Stimmung wollte Sasse in eine Flasche holen, und zwar mit Getreide aus dem Münsterland statt mit Malt aus Schottland.
Gebrannt wird in Schöppingen von Hand, in traditionellen Brennblasen. Danach geht der Brand in Limousin-Eichenfässer, die vorher Cognac enthielten. Fünf Jahre bleibt er dort im Fasslager der Brennerei am Schöppinger Berg. Den letzten Schliff holt er sich in Fässern aus amerikanischer Weißeiche mit Heavy Toasting. Diese kräftigere der beiden Röststufen bedeutet bei Sasse 80 Minuten bei 300 °C, die mittlere liegt bei 70 Minuten und 200 °C. Beim kräftigen Rösten karamellisiert das Holz an der Innenseite des Fasses. Solche Fässer geben einem Brand typischerweise Karamell- und Vanillenoten mit.
Hinter allem steht die Feinbrennerei Sasse, urkundlich erstmals 1707 genannt und heute von Rüdiger Sasse geführt. Ihr Anspruch ist es, Korn als hochwertige Spirituose ernst zu nehmen. Mit fünf Jahren Fass und 40 % vol zeigt sich dieser Anspruch hier von seiner dunklen, kräftigen Seite.
Für Zigarrenfreunde, Whisky-Trinker und Gastgeber
Diese Flasche ist für alle, die gern eine milde Zigarre rauchen und dazu einen passenden Brand suchen. Whisky-Freunde finden hier vertraute Fassaromen und lernen nebenbei, was Korn sein kann. Für Gastgeber, die zum Wild- oder Rinderbraten etwas Besonderes auf den Tisch stellen, ist er ein guter Gesprächsanlass. Als Geschenk für Menschen mit Hausbar und Ledersessel trifft er meist ins Schwarze. Und wer den Lagerkorn schon kennt und mehr Kraft und Würze sucht, findet hier den logischen nächsten Schritt. Die milde, hellere Variante ist der Lagerkorn V.S.O.P. mit 32 % vol, die rauchige der Atlantik Finish mit Torfmalz und Sherryfass. Wer alle drei nebeneinander probiert, versteht schnell, wie viel Spielraum im gelagerten Korn steckt. Die ganze Auswahl der Brennerei zeigt unsere Sasse-Seite, weitere Brände die Kategorie Brände und Geiste. Für Mischgetränke mit einem leichten, klaren Korn ist er nicht geeignet. Dafür ist er zu kräftig und zu schade.
Roggen und Gerstenmalz, fünf Jahre im Ex-Cognac-Fass, cremig und würzig – der Cigar Special von Sasse für den Abend mit Braten oder Zigarre.