Sasse Atlantik Finish. Kornbrand aus Roggen und Torfmalz, über sechs Jahre in drei Fassarten gereift, rauchig und fruchtig, 40 % vol, 500 ml.
Sasse Atlantik Finish ist ein Kornbrand der Brennerei Sasse vom Schöppinger Berg im Münsterland. Gebrannt aus Roggen und über schottischem Torf gedarrtem Gerstenmalz, reift er über sechs Jahre in drei Fassarten. Ex-Cognac, amerikanische Eiche, Sherry aus Jerez – 40 % vol, 500 ml. Kein Scotch, kein milder Lagerkorn, keine Rauchbombe – ein Korn mit Zitrus, Torf und einer Brise Meeresluft.
Atlantik Finish von Sasse führt im Namen, worum es bei diesem Brand geht: das Finish. So heißt die letzte Phase der Reifung, in der ein Destillat in ein anderes Fass wechselt und von dessen früherem Inhalt zusätzliche Aromen aufnimmt. Sasse geht dabei einen Schritt weiter und arbeitet mit drei Fassarten, im Whisky-Jargon Triple Cask genannt. Dazu kommt das Getreide: Neben Roggen steckt Gerstenmalz im Brand, das über Torffeuer gedarrt wurde. Beim Darren trocknet das gekeimte Getreide, und der Torfrauch setzt sich im Malz fest. So kommt der rauchige Ton in den Korn, lange bevor er ins Fass geht. Und dann ist da noch das Meer: Laut Hersteller spielt eine Tonne salziges Atlantikwasser bei der Reifung eine entscheidende Rolle. Wie genau, behält die Brennerei für sich. Ein Glas davon, und das Münsterland liegt plötzlich ein Stück näher an der Küste.
Erst Zitrus, dann Torf, am Ende eine lange Rauchspur
Im Glas öffnet sich der Brand mit frischen Zitrusnoten. Danach folgen fein eingebettete, rauchig-süße Torfnoten und fruchtig-süße Aromen. Der Torf drängt sich dabei kaum auf, er liegt eher wie ein Schleier über der Frucht.
Am Gaumen wechseln sich Apfel und Banane mit weißer Schokolade ab, dazu kommen Beeren und Zitrusfrüchte. Das Aromenbild ist vielschichtig, ohne unruhig zu werden. Im Abgang treten die Getreidenoten hervor und machen Platz für eine lange, ausbalancierte Torfnote. Die weiße Schokolade verbindet ihn mit dem Lagerkorn, der Torf trennt ihn davon. Sasse beschreibt den Charakter mit zwei Bildern: „andalusisches Temperament“ aus den Sherry-Fässern und ein salziges Meerluftflair. Wer Torf grundsätzlich meidet, ist beim Lagerkorn V.S.O.P. mit Vanille und Malz besser aufgehoben.
Pur im Nosing-Glas, zu Fisch und zu Wild
Sasse empfiehlt ihn pur, bei 17 bis 21 °C, also bei Zimmertemperatur. Ein Nosing-Glas mit schmaler Öffnung bündelt Zitrus und Rauch und lässt die einzelnen Schichten nacheinander aufsteigen. Gib ihm nach dem Einschenken etwas Zeit, dann schweben die Zitrusnoten deutlicher über dem Rauch. Laut Hersteller richtet sich dieser Brand vor allem an whiskyaffine Genießer. Zu Fisch- und Wildgerichten passt er laut Hersteller sehr gut, etwa zu gebratenem Zanderfilet oder einem Hirschbraten. Nach dem Essen ist er ein Digestif mit Charakter. Es ist eine Spirituose mit 40 % vol; Abgabe nur an Personen ab 18 Jahren.
Bewahre die Flasche aufrecht, kühl und dunkel auf, etwa im Schrank oder in der Hausbar. Gut verschlossen hält der Brand nach dem Öffnen laut Hersteller viele Monate seinen Geschmack.
Unser Tipp: Schenk dir diesen Brand und den Lagerkorn V.S.O.P. nebeneinander ein, jeweils nur einen Fingerbreit. Im direkten Vergleich merkst du sofort, was Torfmalz, Sherry-Fass und Meeresluft aus einem Korn machen.
Drei Brennblasen, drei Fassarten und eine Tonne Meerwasser
Gebrannt wird er in Schöppingen, und zwar laut Hersteller auf insgesamt drei Brennblasen. Danach beginnt eine Reifung von über sechs Jahren. Basis sind Fässer, die vorher sechs Jahre lang Cognac enthielten. Dazu kommen First-Fill-Fässer aus amerikanischer Eiche und Fässer aus Jerez de la Frontera, der Sherry-Stadt in Andalusien. Von dort stammt das Temperament, das Sasse dem Brand zuschreibt. Jedes der drei Fässer hinterlässt so seine eigene Spur im Destillat. Mit dem Atlantikwasser schließlich verbindet Sasse das salzige Flair, das dem Brand seinen Namen gibt.
Das Torfmalz ist über schottischem Torf gedarrt. So treffen in dieser Flasche schottischer Torf, Cognac-Fässer aus Frankreich, amerikanische Eiche und Sherry-Fässer aus Spanien auf das Handwerk einer Kornbrennerei aus dem Münsterland. Gereift wird im eigenen Fasslager am Schöppinger Berg, wo die Fässer das Wetter aller vier Jahreszeiten mitbekommen.
Die Feinbrennerei Sasse hat sich vorgenommen, dem deutschen Korn wieder den Rang einer hochwertigen Spirituose zu geben, die auch international Beachtung findet. Dieser Brand ist dafür ein gutes Beispiel. Geschäftsführer Rüdiger Sasse hat den Gedanken dahinter in einem Interview so zusammengefasst: „Wenn aber fast alles vergessen ist, sind alte Dinge neu.“ Dieser Kornbrand zeigt, wie vielschichtig Korn reifen kann, und bleibt dabei ein Getreidebrand aus Westfalen. Gebrannt wird von Hand, alles geschieht an einem Standort.
Für Whisky-Freunde und Torf-Liebhaber
Das ist die Flasche für alle, die rauchigen Whisky mögen und wissen wollen, was ein Kornbrand mit Torf anstellt. Kornkenner, die den Lagerkorn und den Cigar Special schon kennen, finden hier die maritime, rauchige Seite der Brennerei. Als Geschenk eignet er sich für Menschen, die gern verkosten und vergleichen, und für alle, die Korn bisher nur aus dem Schnapsglas kennen. Für einen Abend mit Freunden, an dem verschiedene Fassbrände auf dem Tisch stehen, ist er der Brand, über den am längsten gesprochen wird. Unsere Empfehlung für so eine Runde: erst der milde Lagerkorn, dann der cremige Cigar Special, zum Schluss der Atlantik. So steigert sich die Kraft von Glas zu Glas. Der Rauch kommt erst ins Spiel, wenn die feineren Noten der beiden anderen schon probiert sind. Alle Sasse-Brände findest du auf unserer Sasse-Seite, weitere in der Kategorie Brände und Geiste. Wer einen milden, süßen Korn sucht, für den ist er nicht geeignet. Der Torf ist fein eingebunden, aber er ist da.
Roggen und Torfmalz, sechs Jahre in drei Fassarten – der Atlantik Finish von Sasse für das Nosing-Glas und den Abend mit Fisch oder Wild.