Am Marschiertor, einem der alten Aachener Stadttore, steht seit 1912 die Bäckerei der Familie Klein. Früher kamen dort Brot und Kuchen aus dem Ofen, heute backt die Printenbäckerei Klein nur noch eines: Aachener Printen, knusprig hart oder weich mit Schokolade. Hier erfährst du, wie eine Printe in der Franzstraße entsteht, warum dafür drei Zucker nötig sind, wie du selbst bestimmst, ob deine Printen hart oder weich sind, und welche Sorten du bei uns findest.
Seit 1912 an der Franzstraße
Gegründet wurde die Bäckerei 1912, genau an der Stelle in der Franzstraße, an der sie bis heute steht. Aus der Backstube versorgte die Familie die Nachbarschaft mit Brot und Backwaren, und schon damals auch mit Aachener Printen. Im Jahr 2000 stellten Heinz und Ulla Klein den Betrieb ganz auf Printen um. Heute führt Bäckermeister Andreas Klein das Familienunternehmen in vierter Generation, gemeinsam mit einem Team langjähriger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Rezept ist in der Familie überliefert und wird, so schreibt Klein auf seiner Website, „als großes Geheimnis“ gehütet.
Woher die Printe ursprünglich kommt, ist nicht ganz geklärt. Ulla Klein hielt es 2015 im Gespräch mit dem Tagesspiegel für wahrscheinlich, dass Messinggießer das Gebäck im 15. Jahrhundert aus Dinant in der Wallonie nach Aachen mitbrachten. Mehr zur Geschichte der Printe liest du in unserem Ratgeber Aachener Printen.
Drei Zucker und ein Geheimrezept
Für den Grundteig nimmt Klein dunkles Weizenmehl und drei Sorten Zucker: Zuckersirup, braunen Farinzucker und Kandis. Der Sirup wird laut Tagesspiegel auf 80 Grad erhitzt und in die Knetmaschine gegeben, dann kommen Mehl und die übrigen Zucker dazu. Der Kandis soll dabei nicht schmelzen, sondern in kleinen Körnchen erhalten bleiben. Am nächsten Tag läuft der Teig durch Formwalzen und wird geschnitten, die Bäcker belegen einen Teil der halbfertigen Printen mit Mandeln, gebacken wird in zwei begehbaren Öfen. Fett und Eier gehören laut Klein nicht in den Teig. Deshalb ist eine frisch gebackene Printe knusprig hart, und deshalb hält sie sich so lange. Welche Gewürze genau hineinkommen, verrät die Familie nicht. Typisch für Printen sind Gewürze wie Anis und Koriander, verwandt ist das Gebäck mit dem Nürnberger Lebkuchen.
Eine geschützte Spezialität
Aachener Printen sind eine geschützte geografische Angabe. Hergestellt werden dürfen sie nur in Aachen, Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Stolberg, Würselen und der Gemeinde Roetgen. Typisch sind die ungelösten braunen Kandiskrümel im Teig, die Spanne reicht von knusprig hart bis saftig weich. Was eine geschützte geografische Angabe bedeutet, erklärt unser Ratgeber Geschützte regionale Spezialitäten.
Zu Besuch im Printenmuseum
Gebacken wird im Stammhaus an der Franzstraße. Dort bietet Klein Führungen für Gruppen von etwa 20 bis 50 Personen an, nach telefonischer Anmeldung. Rund 45 Minuten lang geht es um Rohstoffe und Zutaten, und es wird verglichen, wie der Teig früher und heute bereitet wird. Probieren gehört dazu. Daneben betreibt Klein Filialen in der Krämerstraße zwischen Dom und Rathaus, in der Ursulinerstraße und in Roetgen, im Advent kommen Stände auf rheinischen Weihnachtsmärkten dazu.
Printenbäckerei Klein bei Leni & Hans
Alle Sorten bekommst du bei uns im Cellophanbeutel. Weitere Gebäcke und Naschereien findest du bei unseren süßen Snacks.
Die Originalen: knusprig hart

Die Urform ist die Kräuterprinte, wobei „Kräuter“ hier für die Gewürze steht. Die Kräuter-Schnitt-Printen nennt Klein „ausgesucht fein gewürzt“, es sind die klassischen Riegel zum Brechen und Tunken. Das Kräuterprinten-Konfekt ist dieselbe Printe in kleinen Stücken. Beide sind laut Hersteller vegan. Im Rheinland gehören Kräuterprinten traditionell in die Soße zum Sauerbraten.
Weichprinten mit Schokoladenmantel

Weich wird eine Printe bei Klein allein durch feuchte Lagerung, ohne Zusätze. Danach bekommt sie einen Schokoladenmantel, der sie rundum umschließt und die Feuchtigkeit im Teig hält. Dunkel und laut Hersteller vegan sind die Schoko-Mandel-Weichprinten und die Schoko-Nuss-Weichprinten. Cremiger sind die Vollmilch-Mandel-Weichprinten und die Weißen Schoko-Nuss-Weichprinten. Wer sich nicht entscheiden mag, nimmt die Weichprinten gemischt mit drei Schokoladen oder das Weiche Printenkonfekt in kleinen Happen.
Hart oder weich: Du entscheidest
Klein gibt auf seiner Website einen einfachen Rat. Soll die Printe hart bleiben, lagerst du sie trocken. Soll sie weich werden, lagerst du sie kühl und feucht, zum Beispiel im Brotkasten neben frischem Brot oder mit einem Stück Apfel in einer Blechdose. Für lange Zeit gehören Printen kühl und lichtgeschützt in eine Blechdose. So bestimmst du den Härtegrad zu Hause selbst.
Ein paar Ideen aus unserer Küche: Tunk eine Kräuter-Schnitt-Printe in den Nachmittagskaffee, so wird sie an der Spitze weich und bleibt innen knackig. Für die Sauerbratensoße bröselst du zwei bis drei Kräuterprinten in den Schmorfond und lässt sie mitköcheln, bis die Soße sämig ist. Und für den Adventsteller legst du Weichprinten in drei Schokoladen neben Honiglebkuchen vom Wolfgangsee von Lebkuchen Gandl.
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Produktfotos: Leni & Hans