In Landeck im Tiroler Oberland entsteht eine Schokolade, die mit einer Kuh anfängt: Für alle Tafeln von Tiroler Edle stammen Milch und Rahm vom Tiroler Grauvieh, einer alten Rinderrasse der Alpen. Gefüllt, verpackt und verschickt werden die Tafeln im Schoko-Laden Haag in der Landecker Maisengasse. Hier erfährst du, wie eine Innsbruckerin und ein Konditormeister 2001 zusammenfanden, was ein Schnapsbrenner aus Stanz damit zu tun hat und welche Sorten du bei uns findest.

Eine Idee aus Innsbruck, ein Konditor aus Landeck
Am Anfang stand Therese Fiegl aus Innsbruck. Sie war auf der Suche nach guten Produkten von Bauern und Handwerkern aus ihrer Heimat Tirol und hatte eine Idee: eine Tiroler Schokolade, gemacht mit der Milch der Grauviehkühe. 2001 lernte sie den Landecker Konditormeister Hansjörg Haag kennen. Er hatte sein Wissen über Schokolade in zahlreichen Kursen an der Schweizer Fachschule Richemont in Luzern vertieft und entwickelt bis heute die Rezepturen. Tiroler Edle beschreibt sich selbst als Gemeinschaftsprojekt der beiden.
Los ging es mit drei Sorten: Stanzer Zwetschke, Nougat und Williamsbirne. Zum 20. Geburtstag im Jahr 2021 war das Sortiment laut Hersteller auf rund 50 Sorten gewachsen, dazu kamen Karamellcreme, heiße Schokolade und Pralinen. Die Verpackung gestaltet die Innsbrucker Agentur Weiberwirtschaft, über die Jahre wurde sie behutsam überarbeitet und blieb doch gut wiederzuerkennen.
Das Grauvieh und der Rhythmus der Almen
Das Tiroler Grauvieh zählt zu den ältesten und robustesten Rinderrassen der Alpen und ist laut Hersteller seit über 3.000 Jahren in den Tiroler Bergen zu Hause. Die Tiere sind klein und leicht, kommen mit kargen Weiden zurecht und weiden auf Almen, die so offen bleiben. Seit 2002 liefern die „Edlen“, wie die Bauern ihre Grauviehkühe nennen, ihre Milch an Tiroler Edle. Das bestimmt auch den Kalender in Landeck: Intensiv produziert wird ab dem Herbst, wenn das Grauvieh von den Almen kommt und die Temperaturen schokoladenfreundlicher werden. Im Sommer sind deshalb nicht alle Sorten zu haben.
Kakao aus kleinen Häusern, Füllungen aus Tirol
Die Couverture kommt von zwei kleinen Herstellern: Felchlin in der Schweiz und Domori in Italien. Für die Edelbitterschokolade stammen die Bohnen aus Venezuela und Ghana, für die Milchschokolade aus Ghana und Ecuador. 2017 besuchte das Team von Tiroler Edle in Ghana das Projekt Suhum Cacao, über das Kleinbauern ihre Bohnen direkt an Felchlin verkaufen.
In die Füllungen kommt, was möglichst aus Tirol stammt. Bergmarillen aus dem Oberland oder dem Vinschgau, Honig aus der Verwallgruppe, gesammelt während der kurzen Almrosenblüte, Zirbensalz einer Tiroler Salzsiederei. Und Edelbrand von Christoph Kössler, der oberhalb von Landeck aus der Stanzer Zwetschke brennt. Kössler gehört laut Tiroler Edle zu den Männern der ersten Stunde, sein Brand steckt seit Beginn in den Tafeln. Im Jubiläumsnewsletter von 2021 heißt es dazu: „So war es schon vor 20 Jahren. So ist es noch heute.“ Von ihm kommen auch der Himbeerbrand und der Tiroler Single Malt Whisky für zwei weitere Sorten.
Früher wurde jede Tafel im Schoko-Laden Haag von Hand in Alufolie gewickelt. Heute steckt sie nach Angaben des Herstellers in einer Innenfolie aus erneuerbaren beziehungsweise recycelten Rohstoffen und in einem FSC-zertifizierten Karton, gedruckt in Innsbruck. Abgepackt wird weiterhin in Landeck.
Tiroler Edle bei Leni & Hans
Eine Tafel wiegt 50 g, knapp die Hälfte davon ist Füllung. Die Milchschokolade hat mindestens 39 % Kakao, die Edelbitter mindestens 60 %. Was gerade lieferbar ist, siehst du in der Hersteller-Kollektion; Tafeln weiterer Manufakturen findest du unter Schokolade.
Purissima Maxima: viel Kakao, Milch vom Grauvieh
Die Purissima Maxima Kakaotafel 70 % besteht aus 70 % Kakao und 30 % Vollmilchpulver vom Grauvieh, ohne Zuckerzusatz; sie enthält von Natur aus Zucker aus der Milch. Die Couverture für die Purissima-Linie kommt von Domori. Varianten gibt es mit Urkaffee aus Äthiopien (Bergkaffee), mit Blutorangenöl (Blutorange) und mit getrockneter Tiroler Bergminze (Bergminze). Gefüllt ist die Purissima Mandelnougat Himbeere.
Gefüllte Klassiker und Grußtafeln
Mild und cremig sind die Milchschokoladen mit Karamell, mit Nougat, einer der drei Sorten von 2001, und mit gerösteten Tiroler Walnüssen. Fruchtig wird es mit Marille oder Himbeere. Einige Sorten enthalten Edelbrand oder Wein, den Hinweis findest du jeweils beim Produkt. Eine Tafel ist auch ein kleines Mitbringsel, mehr Ideen dafür gibt es bei unseren Geschenken.
OH DU EDLE: die Weihnachtsreihe

Von Oktober bis Dezember macht Tiroler Edle die Weihnachtsreihe OH DU EDLE: Bratapfel mit Apfelbrand und Zimt, Orangen-Marzipan, Glühwein in Edelbitter und gebrannte Mandeln mit Zimt. Wie Marzipan entsteht, liest du im Ratgeber Lübecker Marzipan. Wer etwas zum Löffeln sucht, findet Cremes und Konfitüren bei den süßen Aufstrichen.
So genießt du die Tafeln
Gefüllte Schokolade lagerst du am besten kühl, trocken und dunkel, aber nicht im Kühlschrank, sonst verliert die Füllung an Aroma. Nimm die Tafel eine Viertelstunde vor dem Probieren aus dem Schrank, dann wird die Füllung weich und cremig.
Ein paar Ideen für den Winter: Brich für den Nachmittagskaffee eine Purissima und eine gefüllte Sorte in Stücke und leg sie nebeneinander auf einen Teller, dann schmeckst du, wie viel die Grauviehmilch ausmacht. Die Bratapfel-Tafel passt zu einem Becher Glögg Glühwein. Wer aus Österreich noch mehr für den Adventsteller sucht, findet Honiglebkuchen vom Wolfgangsee bei Lebkuchen Gandl und weitere Naschereien bei unseren süßen Snacks.
Passend dazu
- Alle Produkte von Tiroler Edle im Shop
- Schokolade im Shop
- Süße Aufstriche im Shop
- Honig
- Lübecker Marzipan
Fotos: © Tiroler Edle, Landeck