Weinessig ist der saure Bruder vom Wein und in der Küche universell einsetzbar. Weißweinessig schmeckt milder als der herbere, würzigere Rotweinessig. In Kontakt mit Luft verwandelt sich Wein nach einiger Zeit von selbst in Essig — früher war Weinessig oft ein Zufallsprodukt beim Keltern.
Wie entsteht Weinessig?
Überall in der Luft befinden sich Essigsäurebakterien, die Wein in Essig umwandeln. Heute wird Weinessig kontrolliert hergestellt: In Holzfässern reift der Essig oft Wochen bis Monate — je nach Qualitätsstufe.
Winzer lagern die Essigproduktion in der Regel aus, da Essigbakterien auch andere Weine im Keller infizieren können. Spezialisierte Essigbrauer kümmern sich um die handwerkliche Herstellung.
Weißweinessig
Weißweinessig wird aus Weißwein hergestellt — er ist heller, milder und eleganter im Geschmack. Klassisch in französischen Vinaigretten, in Marinaden für Fisch und Geflügel.
Rotweinessig
Rotweinessig entsteht aus Rotwein — er ist dunkler, kräftiger und tanniner. Ideal zu rotem Fleisch, kräftigen Salaten und mediterranen Schmorgerichten.
Verwendung in der Küche
- Vinaigrettes: Klassisch mit Olivenöl, Senf, Salz, Pfeffer
- Marinaden: Für Fleisch und Geflügel (säuert und macht zart)
- Schmorgerichte: Ein Schuss am Anfang gibt Säure und Tiefe
- Sauce-Reduktionen: Mit Butter zu einer Beurre blanc
- Eingelegtes Gemüse: Klassische Pickles, Mixed Pickles
- Salatdressings: Mit verschiedenen Ölen kombinieren
Qualität erkennen
- Säuregehalt: 6–7 % ist typisch für hochwertigen Weinessig
- Trübung: Naturbelassene, ungefilterte Weinessige können leicht trüb sein — kein Mangel
- Aromen: Hochwertiger Weinessig hat eine ausgewogene Säure mit Aromen vom Ausgangswein
- Herkunft: Spezifische Herkunftsangaben sprechen für Qualität
Aufbewahrung
Trocken, kühl und dunkel. Gut verschlossen. Weinessig ist sehr lange haltbar.