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Von Indien nach Europa
Seit Beginn der Landwirtschaft und der agrarwirtschaftlichen Nutzung von Pflanzen vor zehntausend Jahren nutzen die Menschen Kurkuma als Gewürz und Lebensmittel. Seine Pflanzengattung ist schon über 12 Millionen Jahre alt. Die genaue Herkunft lässt sich heute nicht mehr zurückverfolgen. Die Wissenschaft vermutet seinen botanischen Ursprung in Süd- und Südostasien.
Leuchtendes Glück und kulturelle Bedeutung
Die vedische Kultur schätzt Aromen und Farbe des besonderen Wurzelstocks schon seit 3000 Jahren. Bis heute symbolisiert seine gelb-orangene Farbe die Sonne und das Glück in Indien. Mit dem Pulver wird Neugeborenen noch immer in vielen Regionen ein leuchtend gelber Punkt auf die Stirn gezeichnet.
Die älteste schriftliche Erwähnung des Gewürzes findet sich auf Tontafeln des Königs Aššurbanipal im antiken Assyrien. Im 13. Jahrhundert brachte Marco Polo Kurkuma nach Europa. Er beschrieb das Gewürz als „Safran-Ersatz" — eine Bezeichnung, die sich bis heute in manchen Regionen gehalten hat.
Kurkuma als Gewürz
Geschmacklich ist Kurkuma mild-erdig mit einer leicht bitteren, harzig-würzigen Note. Frisch geriebene Kurkuma schmeckt deutlich intensiver und aromatischer als das getrocknete Pulver, das in den meisten Küchen verwendet wird.
Kurkuma ist eine der Hauptkomponenten von Currymischungen und gibt ihnen die typisch gelbe Farbe. In der indischen Küche wird Kurkuma in fast jedem traditionellen Gericht verwendet — von Dal über Currys bis zu Reisgerichten und Pickles.
Verwendung in der Küche
Kurkuma passt zu vielen Gerichten — hier ein paar Anregungen aus der modernen wie traditionellen Küche:
- Goldene Milch (Haldi Doodh): warme Milch mit Kurkuma, Pfeffer, Honig und Gewürzen
- Reisgerichte: Färbung und milde Würze für Pilaw oder Risotto
- Currys und Dals: Grundgewürz in der indischen Küche
- Eingelegtes Gemüse: für leuchtend gelbe Mixed Pickles
- Smoothies: mit Mango, Banane und etwas frischem Ingwer
- Suppen und Eintöpfe: warme Würze und schöne Farbe
- Eier und Rührei: ein klassisches Frühstücksgewürz in vielen Ländern
Ein Tipp aus der ayurvedischen Tradition: Kurkuma wird gerne mit etwas schwarzem Pfeffer und einer Fettquelle wie Öl, Ghee oder Kokosmilch kombiniert.
Kurkuma kaufen und lagern
Frischer Kurkuma ist in gut sortierten Asia-Läden, auf Wochenmärkten und in vielen Bioläden erhältlich. Die Wurzelstücke sollten fest sein, eine intensive orange Farbe haben und unbeschädigte Schalen.
Getrocknetes Kurkumapulver kauft man am besten in kleinen Mengen, da das ätherische Öl mit der Zeit an Intensität verliert. Lagere es luftdicht verschlossen, dunkel und trocken — am besten in Gläsern oder Blechdosen, nicht im durchsichtigen Schraubglas in der Sonne.