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Produzenten

ODE – Wein-Aperitif aus Berlin

Stephan
Die ODE-Gründer Thorsten Konrad und Stefan Graf Becker mit ihren Flaschen

Ein Aperitif, der auf Wein statt auf Wasser aufbaut: Das ist die Idee hinter ODE. Erfunden haben ihn zwei Designer aus Berlin, den Riesling liefert ein Winzer aus Rheinhessen, und die Essenzen entstehen in einem eigenen Labor in Berlin. Hier erfährst du, wie aus einem Abendessen mit einem enttäuschenden Aperitif eine eigene Marke wurde, warum die ersten zehntausend Flaschen von Hand gefüllt wurden und wie du Bright Lemon und Ruby Wood am besten trinkst.

Die ODE-Gründer bei der Arbeit an den Essenzen

Ein Abendessen und ein Aperitif, der nicht passte

Am Anfang stand ein Abend mit durchdachtem Menü und guten Weinen. Nur der Aperitif davor war süß und künstlich, so erzählen es die Gründer heute. Einen Aperitif mit demselben Anspruch wie Küche und Wein fanden sie nicht, also beschlossen sie, selbst einen zu machen. Thorsten Konrad hatte über zwölf Jahre bei adidas gestaltet, Stefan Graf Becker Marken für Agenturen in ganz Deutschland. Von Aromen, Wein und Abfüllung hatten beide nach eigener Aussage keine Ahnung. Gegründet haben sie ODE 2020 in Berlin und alles selbst aufgebaut.

Eine Frage trieb sie besonders um: Warum schmeckt fast alles mit Zitrone nach demselben Aroma? Sie wollten wissen, wie eine echte Zitrone schmeckt. Daraus wurden zweieinhalb Jahre am Küchentisch. Die ersten Zitronen kamen vom Wochenmarkt, später vom Großmarkt. Jede Schale, jede Wurzel und jede Rinde zogen die beiden einzeln in Alkohol aus, jede Probe bekam eine Nummer: GSB für Stefan, GTK für Thorsten. Am Ende standen 650 Rohstoffe in ihrer Tabelle.

Wasser raus, Wein rein

Der achte Versuch war noch auf Wasser gebaut, wie es bei Aperitifs üblich ist, und er schmeckte auch so. Dann ersetzten die Gründer das Wasser durch Wein, und plötzlich hatte das Getränk Tiefe. Für den passenden Wein schrieben sie fünfzehn Winzer an und besuchten alle in einer Woche. Zugesagt hat am Ende Nico Espenschied vom Espenhof in Rheinhessen, und er liefert den Riesling bis heute. Bright Lemon war die neunte Geschmacksrichtung, an der die beiden arbeiteten, und gelang dort im 83. Versuch.

Heute entstehen die Essenzen im ODE/LAB in Berlin. Jede Frucht, Schale, Wurzel und Rinde wird einzeln ausgezogen, und zwar dann, wenn ihr Aroma am stärksten ist. Die Süße kommt vor allem aus dem Wein, nachgesüßt wird mit Rübenzucker aus Deutschland. Laut Hersteller verzichtet ODE auf künstliche Aromen, Farbstoffe und Stabilisatoren und wird nicht pasteurisiert. Deshalb steckt er in dunklem Glas, das die Farbe schützt. Mit 18,5 % vol ist ODE ein Wein-Aperitif. Ein Wermut ist er laut den Gründern nicht, weil kein Wermutkraut enthalten ist, und auch kein Likör, denn die Basis bleibt der Riesling. Was einen Wermut ausmacht, liest du in unserem Ratgeber Wermut.

Rebzeilen im Weinberg

Selbst abgefüllt, tausend Flaschen am Tag

Für die Flasche entstanden rund zweitausend Entwürfe, bis die braune Halbliterflasche mit der Kugel aus Holz fertig war. Gelb steht für Bright Lemon, Rot für Ruby Wood. Schwieriger als die Form war die Produktion: So, wie die Gründer ihren Aperitif wollten, mochte ihn kein Hersteller abfüllen. Also machten sie es selbst. Am 22. August 2021 begann die erste Abfüllung, die ersten zehntausend Flaschen füllten sechs Leute von Hand, tausend am Tag. Als einmal der Strom ausfiel, liehen die Nachbarn Kabeltrommeln. Den Anspruch dahinter fasst ein Satz auf der Website der Marke zusammen: „Das erste Glas des Tages sollte das beste sein.“

Tanks und ODE-Kartons in der Produktion

ODE bei Leni & Hans

Bright Lemon: frisch und zitrisch

Der ODE Bright Lemon ist laut Hersteller die Sorte zum Einstieg. Sieben Zitronensorten stecken darin, darunter Amalfi- und Cedro-Zitrone, dazu Bergamotte, Pfirsich und Aprikose. In der Nase stehen Zitrone und Bergamotte vorn, dahinter kommt der Pfirsich. Zum Schluss treten Kräuter wie Thymian und Rosmarin hervor und nehmen der Frucht das Süßliche. Die Bitternote stammt aus Enzianwurzel und Chinarinde.

Ruby Wood: kräftig und bitter

Der ODE Ruby Wood ist wärmer und ruhiger. Bitterorange und süße Orangen treffen auf Rotsandelholz, Hibiskus, Enzian, Chinarinde und Vanille. Seine rote Farbe stammt von Rotsandelholz und Hibiskus, die Basis ist auch hier Riesling. Im Abgang ist er lang und bitter. Wer Negroni oder rote Bitter mag, findet hier seine Sorte. Die Gründer raten, mit Bright Lemon zu beginnen und Ruby Wood als zweite Flasche zu nehmen.

Zum Probieren: die Minis

Beide Sorten gibt es auch in der 100-ml-Flasche mit derselben Rezeptur: den Bright Lemon Mini und den Ruby Wood Mini. Damit probierst du beide Richtungen nebeneinander, bevor du dich für eine große Flasche entscheidest.

So trinkst du ODE

Ein Glas ODE mit Tonic und Orangenscheibe

Das Grundrezept ist einfach: ein Glas randvoll mit Eis, zwei Teile Tonic, ein Teil ODE. So liegt der Drink bei rund 6 % vol, eine Halbliterflasche reicht für etwa zehn Gläser. Serviere ODE immer kalt, bei 6 bis 8 °C. Zum Ruby Tonic gehört eine Orangenzeste, den Bright Lemon kannst du auch pur auf Eis trinken. Ruby Wood empfiehlt der Hersteller pur nur zum Kennenlernen. Auf der Website der Marke steht außerdem ein Rezept für einen Ruby Negroni. Wie der klassische Negroni gemixt wird, zeigt unser Rezept, Geschichten rund um den Drink findest du im Beitrag zur Negroni Week.

Ungeöffnet steht ODE an einem kühlen, dunklen Platz gut. Nach dem Öffnen gehört die Flasche in den Kühlschrank, dort hält sie laut Hersteller etwa drei Monate. Weil nichts stabilisiert wird, kann die Farbe mit der Zeit nachdunkeln, das ist laut ODE ganz natürlich. Weitere Flaschen für den Aperitif findest du bei Wermut und unter weitere Spirituosen. Die Abgabe erfolgt nur an Personen ab 18 Jahren.

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Fotos: © ODE International GmbH, Berlin

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