Apfel & Essig von Fruchtwerker. Apfelessig mit Boskop aus dem Alten Land – vier Tage kalt in Essig gelegt.
Apfel & Essig von Fruchtwerker ist ein Apfelessig aus Talkau in Schleswig-Holstein: 25 Prozent Boskop-Äpfel aus dem Alten Land und dem Sachsenwald, vier Tage kalt in Branntwein- und Weinessig mazeriert, mit Zucker gesüßt, nur 3 Prozent Säure. Kein Konzentrat, kein zugesetztes Aroma, kein Farbstoff. 250 ml – ein milder Fruchtessig für die Küche, etwas anderes als naturtrüber Apfelessig zum Trinken.
Apfelessig kaufen heißt meistens: eine Flasche naturtrüben Gärungsessig für den Kartoffelsalat oder morgens ins Wasser. Diese Flasche ist etwas anderes. Fruchtwerker legt Boskop-Äpfel in Essig, statt Apfelsaft zu vergären, und süßt das Ergebnis – heraus kommt ein Essig, der nach Apfel schmeckt statt nach Gärung. Er ist der Allrounder im Sortiment, die Sorte, die in jedes Dressing passt, und bei uns eine der meistbestellten.
Boskop: sauer, würzig, ein Apfel, der nach Apfel schmeckt
Der Apfelessig riecht nach frisch aufgeschnittenem Boskop – säuerlich, leicht würzig, mit dem Duft einer Streuobstwiese im Herbst. Im Geschmack kommt zuerst die Frucht, dann eine weiche Säure, dann die Süße vom Zucker, die den Boskop rund macht. Die alte Sorte bringt mehr Säure und mehr Aroma mit als ein Supermarkt-Apfel, und beides bleibt im Essig erhalten.
Im Glas ist er goldgelb, klar, mit der leicht sirupartigen Konsistenz aller Fruchtwerker-Sorten. Mit 53 Gramm Zucker auf 100 Gramm ist er süß, wirkt aber wegen der Apfelsäure eher mild als lieblich. Der Abgang ist kurz und sauber – frei von Hefeton, Trübung und Gärungsgeschmack.
Wer einen klassischen Apfelessig mit fünf Prozent Säure für Sauerkonserven oder als Hausmittel sucht, ist hier falsch. Das ist ein Würzessig für die Küche, süß und mild. Und wem die Sorte Boskop zu sauer ist, der wird auch den Essig als säurebetont empfinden – im Vergleich zu den Beerensorten.
Kartoffelsalat, Spareribs, selbst gemachter Ketchup
Der Essig ist die Sorte, die in der Alltagsküche am häufigsten zum Einsatz kommt. Französischer Kartoffelsalat mit Vinaigrette: zwei Esslöffel Essig, ein Teelöffel Senf, vier Esslöffel Rapsöl, Salz, Pfeffer, Schnittlauch, über die noch warmen Kartoffeln. Genauso funktioniert er in Krautsalat, in Gurkensalat mit Dill oder in einem Möhrensalat mit Rosinen.
In der warmen Küche ist er der Essig für Marinaden. Spareribs oder Schweinenacken über Nacht in Essig, Öl, Zwiebel und Paprika – die Säure macht das Fleisch zart, der Apfel bringt die Süße gleich mit. In Soßen zu Schweinebraten oder Kasseler ein Schuss am Ende. Und wer Ketchup selbst kocht, rundet ihn mit zwei Esslöffeln Essig ab, statt mit Branntweinessig und Zucker.
Beim Einlegen von Obst – Aprikosen, Birnen, Zwetschgen – ersetzt er den Essig-Zucker-Sud komplett, weil beides schon drin ist. Und als Getränk: ein Teelöffel in ein Glas Mineralwasser, im Sommer mit Eis. Wer noch milder will, nimmt den Honig & Essig, wer fruchtiger will, den Pflaume & Essig vom selben Obstbauern.
Aus Erfahrung: Zum Einlegen und Marinieren ist der Essig die beste Sorte, weil sein Aroma Hitze und Zeit am besten übersteht. Für den Salat lieber nicht mit Honig nachsüßen, die Süße reicht.
Ein Rezept, das Fruchtwerker selbst empfiehlt: Hähnchenstreifen in Tortillakruste mit Bratkartoffelsalat. Der Salat lebt vom Dressing aus diesem Essig, Senf, Öl und Brühe, das über die noch heißen Bratkartoffeln kommt und einzieht. Das ist die Art Gericht, für die diese Flasche gemacht ist – bodenständig, schnell, und der Essig ist die Zutat, die man schmeckt, ohne sie zu benennen.
Wer einen klassischen sauren Apfelessig als Hausmittel oder zum morgendlichen Trinken sucht, ist mit dieser Flasche nicht gut bedient – dafür ist sie zu süß und zu mild, und sie ist ein Würzmittel statt ein Gärungsessig. Als Zutat in der Küche macht genau das den Unterschied.
Äpfel aus der Nachbarschaft, vier Tage Geduld
Die Boskop-Äpfel kommen aus dem Alten Land südlich der Elbe und vom Sachsenwald – ein Teil von einem befreundeten Obstbauern, der direkt bei Talkau anbaut und seit Jahren an Fruchtwerker liefert. Es ist die regionalste Sorte im Sortiment: Der Apfel wächst wenige Kilometer von der Manufaktur entfernt. Derselbe Obstbauer hat übrigens auch die Pflaumen geliefert, aus denen der Pflaumenessig entstanden ist.
Die Äpfel werden zerkleinert und liegen vier Tage kalt in Essig – kürzer als Beeren, weil sie ihr Aroma schneller abgeben. Matthias Hüttmann entscheidet die Dauer nach Erfahrung statt nach Vorschrift. Der Apfel bleibt dabei kalt. Andere Hersteller beschleunigen den Prozess mit Wärme, das kostet Aroma. Nach dem Abpressen wird die Flüssigkeit mit Zucker eingekocht und abgefüllt.
Der Fruchtanteil liegt bei 25 Prozent, wie beim Sortimentsschnitt. Das Verfahren stammt aus dem Himbeer-Rezept der Bäuerin Emma bei Ratzeburg, das Hüttmann 2008 übernommen hat; heute produziert Fruchtwerker in Talkau rund 300.000 Flaschen im Jahr. Der Essig ist die Sorte, mit der die Manufaktur zeigt, dass das Verfahren auch mit heimischem Kernobst funktioniert.
Die Flasche, die man zuerst leer hat
Der Essig ist die Sorte, die am schnellsten aufgebraucht ist, weil sie in alles passt. Für Haushalte, die einen Fruchtessig als Standard wollen, ist er die richtige erste Flasche – vor Himbeer, das im Salat eine Aussage macht, ist Apfel das, was einfach immer geht.
Als Geschenk ist er eher unauffällig, deshalb passt er in ein Paket: mit dem Himbeer- und dem Orangenessig als Dreier, das die Bandbreite des Herstellers zeigt. Für Vielverbraucher lohnt es sich, gleich zwei zu bestellen.
Ein Apfelessig mit Boskop aus dem Alten Land, vier Tage in Essig – die Flasche, die im Kartoffelsalat, in der Marinade und im Ketchup landet.