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Produzenten

Südtiroler Kräuter Rebellen – Bergkräuter aus dem Vinschgau

Stephan
Drei Dosen mit Kräutertee im Pyramidenbeutel der Südtiroler Kräuter Rebellen auf einem Holzbrett aus Zirbe

Im oberen Vinschgau, zwischen Mals und dem Martelltal, bauen zwei Bauern Bergkräuter und Blüten an und mischen daraus Kräuteraufgüsse. Lorenz Borghi und Leander Regensburger nennen sich die Südtiroler Kräuter Rebellen. Hier erfährst du, wie aus einer Idee zweier Nebenerwerbsbauern eine eigene Teemarke wurde, warum die Kräuter von Hand geerntet und von der Lebenshilfe abgepackt werden und welche Mischungen der Südtiroler Kräuter Rebellen du bei uns findest.

Kräutermischungen der Südtiroler Kräuter Rebellen in Dosen auf einem Holzbrett vor verschneiten Berggipfeln

Zwei Bauern mit einer Tee-Idee

Lorenz Borghi lebt in Mals, Leander Regensburger in Martell. Beide Orte liegen im Vinschgau, am Rand des Nationalparks Stilfserjoch. Auf ihrer Website stellen sich die beiden mit einem Satz vor, der zu ihrer Arbeit passt: „Wer Tee im Kopf hat und Natur im Herzen, hat auch schrundige Hände.“ Lorenz und Leander, heißt es dort weiter, sehen erst auf den zweiten Blick wie Bauern aus. Sie seien Weiterdenker, die sich nicht so schnell geschlagen geben, aber auch nicht schnell zufrieden sind. Gerade am Anfang des Teeanbaus hätten sie sich gegenseitig angespornt.

Laut der Verwaltung des Nationalparks Stilfserjoch haben die beiden als Nebenerwerbsbauern eine Zeit lang an Strategie und Machbarkeit getüftelt, bevor sie den Schritt ins Ungewisse wagten. Die erste gemeinsame Kräutertrocknungsanlage entstand in Martell, wenig später kam eine zweite in der Gemeinde Mals dazu, damit die Wege vom Feld zur Trocknung kurz bleiben. Heute treten Lorenz und Leander als Unternehmensnetzwerk „Lorenz & Leander“ auf, zu dem auch die Rebonatura OHG in Mals gehört. Auf der Startseite ihrer Website steht das Motto der beiden: „Tee im Kopf – Natur im Herzen“.

Vom Feld in die Tasse

Die Kräuter für die Mischungen wachsen laut Nationalpark-Verwaltung ausschließlich in der Nationalparkregion Stilfserjoch, im Martelltal und in Mals. Unterstützt werden Lorenz und Leander von drei kleinbäuerlichen Anbaupartnern, Bergbauernfamilien mit kleinen Höfen. Auf dem Etikett steht als Anbauhöhe 900 bis 1.400 Meter über dem Meer. In dieser Lage ist die Vegetationszeit kurz, die Pflanzen wachsen langsam und lassen sich seltener schneiden. Die Rebellen fassen das auf ihrer Website in drei Worten zusammen: „Qualität gegen Quantität.“

Gearbeitet wird mit den Jahreszeiten: pflanzen, jäten, ernten, zupfen, trocknen, rebeln, mischen und die Felder winterfest machen. Rebeln ist ein altes Wort aus dem süddeutschen und österreichischen Raum und meint das Abstreifen der Blätter und Blüten vom Stängel. Geerntet wird von Hand, ohne Maschinen, danach werden die Kräuter schonend getrocknet. Zugesetzte Aromastoffe, Farbstoffe, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker kommen laut Hersteller in keine Mischung. Was die beiden damit meinen, beschreiben sie selbst so: „Als Pfefferminze noch nach Pfefferminze schmeckte und der Früchtetee nicht schon beim Aufbrühen in ein künstliches Rot überging.“

Neun offene Dosen mit losen Kräutermischungen und Blüten der Südtiroler Kräuter Rebellen auf einem Holzbrett

Abgepackt bei der Lebenshilfe

Für das Abpacken haben die Kräuter Rebellen nach eigenen Worten die für sie perfekte Lösung gefunden. In den Werkstätten der Lebenshilfe im Vinschgau arbeitet ein eigener kleiner Trupp, der die fertigen Mischungen von Hand abpackt und etikettiert. Die Arbeit wird bezahlt und findet laut Website in einem geschützten Rahmen statt, ohne Leistungs-, Zeit- und Erfolgsdruck. Die Etiketten sind zweisprachig, deutsch und italienisch. Deshalb tragen manche Sorten zwei Namen: Der Bergdoktor heißt auch „Medico alpino“, die Bergliebe „Amore Montano“. Auf den Dosen und Beuteln sind Motive aus der Heimat der beiden zu sehen, etwa die Passstraße zum Stilfserjoch oder der Kirchturm im Reschensee.

Die Kräuter Rebellen bei Leni & Hans

Bei uns gibt es elf Artikel der Kräuter Rebellen: vier großblättrige Mischungen lose in der Dose, drei Nachfüllbeutel und vier Sorten im Pyramidenbeutel. Weitere Kräutermischungen findest du in unserer Kategorie Tee.

Dosen und Nachfüllbeutel der Südtiroler Kräuter Rebellen nebeneinander

Lose in der Dose

Am meisten steckt im Bergdoktor: zehn Kräuter und Blüten, darunter Pfefferminze, Melisse, Lindenblüten, Holunderblüten, Kornblume und Salbei. Blumig wird es mit Abendrot aus Melisse, Rosenblüten, Lavendel, Oregano, Edelraute und Königskerze. Die Sportlerin verbindet Melisse, Pfefferminze und Zitronenverbene mit Apfelstücken, Malve, Thymian und Moschus-Schafgarbe. Wer es klar und minzig mag, nimmt die Alpenminze mit Pfefferminze, Krauseminze, Apfelminze und blauen Kornblumen. Ist die Dose leer, füllst du sie aus dem Beutel auf, zum Beispiel mit dem Bergdoktor Nachfüllpack. Nachfüller gibt es auch für Abendrot und Alpenminze.

Im Pyramidenbeutel

Ohne Sieb geht es mit den Pyramiden, jede mit einem Gramm für eine Tasse. Pure Höhenluft ist hell und zitronig mit Melisse und Zitronenverbene, dazu kommen Brennnessel, Ringelblume, Edelraute und etwas Rote Bete. Der Südtiroler Blütenduft mischt Pfefferminze und Melisse mit Kornblume, Ringelblume, Malve und Erdbeerblättern. Bei Ewiges Eis steht die Pfefferminze im Mittelpunkt, begleitet von Kornblume, Apfel und Holunder. Die Bergliebe ist blumig mit weißer Melisse, Rosenblüten, Apfelminze, Agastache und Lavendel.

Aufgießen, warten, genießen

Die Kräuter Rebellen empfehlen pro Tasse einen Esslöffel der losen Kräuter, das ist etwa ein Gramm, oder eine Pyramide. Darüber kommt kochendes Wasser mit 100 °C, dann darf der Aufguss vier bis sechs Minuten ziehen. Das Etikett der Nachfüllbeutel rechnet dabei mit 300 ml pro Tasse. Gib den Kräutern ruhig die volle Zeit, denn laut den Rebellen erschließen sich Geschmack und Farbe beim Aufgießen nicht sofort. Bewahre Dose und Beutel kühl, trocken und gut verschlossen auf.

Für den Sommer gibt es ein Rezept, das die Nationalpark-Verwaltung als „Eistee der Kräuterrebellen“ veröffentlicht hat: Häng vier Pyramiden Bergliebe in eine Kanne, gieß einen Liter kochendes Wasser darüber und lass alles vier bis fünf Minuten ziehen. Nimm die Beutel heraus, süße nach Belieben mit einem milden Honig wie Akazienhonig und lass den Tee abkühlen. Dann kommt der Saft einer Zitrone dazu. Serviert wird in hohen Gläsern mit Eiswürfeln, Zitronenscheiben und ein paar Minzblättern.

Ein paar Ideen aus unserer Küche: Füll im Herbst eine Thermoskanne mit Alpenminze für den Spaziergang. Stell zum Sonntagskaffee eine Kanne Abendrot neben den Apfelkuchen. Und wer gern Mitbringsel aus Südtirol verschenkt, legt eine Dose Bergdoktor in den Korb. Wenn du mehr über Erzeuger aus der Region lesen möchtest, schau in unser Porträt über Thomas Kohl und seinen Apfelsaft aus Südtirol.

Passend dazu

Fotos: © Südtiroler Kräuter Rebellen, Mals; Aufnahmen auf dem Holzbrett: Rene Holzknecht

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