Anja Matthes kennt sich aus in der Welt des Pfeffers. Auf Reisen entdeckt sie unbekannte Aromen und neue Sorten direkt vor Ort. In ihrer Manufaktur Pure Pepper steht der faire Lohn der Bauern und einwandfreie Qualität an erster Stelle.
Gespräch mit Anja Matthes von Pure Pepper
Frau Matthes, Sie haben in Ihrem Sortiment exotische Pfeffersorten. Was ist Timut Pfeffer und wie schmeckt er?
Timut Pfeffer ist aus botanischer Sicht gar kein Pfeffer — er gehört nicht zur klassischen Pfefferfamilie des Piper nigrum. Ich bezeichne die Szechuan-Pflanze als „wilden Pfeffer“. Timut ist der lokale Name des Pfeffergewächses aus dem Westen Nepals. Die Pflanze ist so groß wie ein mittlerer Kirschbaum.
Geschmacklich ist Timut außergewöhnlich — mit einer betörenden Zitrusnote, die an Grapefruit und Bergamotte erinnert. Auf der Zunge erzeugt er eine leichte Taubheit, ähnlich wie der bekanntere Szechuan-Pfeffer.
Wie kamen Sie auf die Idee mit Pure Pepper?
Ich war als Reisende oft in Asien unterwegs und habe dort die unglaubliche Vielfalt der Pfeffersorten kennengelernt. Diese Aromen wollte ich nach Deutschland bringen — in fairer Beziehung zu den Bauern, mit transparenten Herkunftsangaben und kompromissloser Qualität.
Was unterscheidet Ihre Pfeffersorten von Supermarkt-Ware?
Direktimport, sortenrein, ungefiltert. Wir kaufen nur ganze Pfefferkörner — gemahlener Pfeffer verliert in kürzester Zeit Aroma. Außerdem achten wir genau auf die Erntezeitpunkte: Frühe Ernten ergeben anderes Aroma als späte. Diese Differenzierung kennt der konventionelle Handel kaum.
Welche Sorten sind Ihre persönlichen Favoriten?
Schwer zu sagen — jede hat ihren Reiz. Aber der Timut bleibt einer meiner Lieblinge, ebenso der Voatsiperifery aus Madagaskar — ein wild wachsender Pfeffer mit harzig-blumigem Aroma. Und der schwarze Tellicherry aus Indien gehört einfach in jede gute Küche.